Gebäude richtig versichern

Die eigenen vier Wände, ob Haus oder Eigentumswohnung, sind einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Deshalb ist in den meisten Kantonen die Gebäudeversicherung obligatorisch und wird monopolistisch vom Kanton bereitgestellt. Die kantonale Gebäudeversicherung (GVA) deckt Schäden am Gebäude infolge Brand- und Elementarereignissen.

Zu den versicherten Elementarereignissen gehören:

  • Hochwasser
  • Überschwemmung (z.B. Oberflächenabfluss)
  • Sturmwind (ab 75 km/h)
  • Hagel
  • Lawinen, Schneedruck, Schneerutsch (Dachlawine)
  • Felssturz, Steinschlag, Erdrutsch

Versicherte Brandereignisse sind:

  • Feuer, Rauch
  • Hitze
  • Blitzschlag, Strom
  • Explosion
  • Abstürzende oder notlandende Luft-/Raumfahrzeuge

Die Versicherungssumme richtet sich nach der obligatorischen Gebäudeschätzung. Was auf den ersten Blick nach einem umfassenden Schutz aussieht ist differenziert zu betrachten.

 

 

Wer haftet im Schadenfall?
Ein herunterfallender Dachziegel verletzt eine Person oder demoliert ein Fahrzeug. Die Stützmauer ist umgestürzt und beschädigt den Pool des Nachbarn. Wie ist die Haftung geregelt? Die kantonale Gebäudeversicherung sieht keine Haftpflicht vor. Grundsätzlich ist eine Gebäudehaftplicht nicht obligatorisch, aber dringend angeraten. Bei Wohnhäusern bis maximal 3 Wohnungen (selbstbewohnt) ist die Haftpflicht als Gebäudeinhaber in der Privathaftplicht eingeschlossen. Bei vielen Versicherungsgesellschaften ist dies automatisch so vorgesehen – eine Kontrolle lohnt sich! Bei Unternehmen (im eigenen Gebäude) kann die Gebäudehaftpflicht u.U. in die Betriebshaftpflicht eingeschlossen werden. Bei vermieteten Objekten ist eine separate Gebäudehaftpflicht abzuschliessen.

Was ist versichert, was nicht?
Versichert ist in erster Linie «nur» das Gebäude. Der schöne Garten, die Zierhecke, der Schwimmteich, der Spielplatz oder die Stützmauer – also die Gebäudeumgebung - sind beispielsweise nicht obligatorisch versichert. Ebenfalls nicht versichert sind u.a. die haustechnischen Anlagen (Lift, Erdsonde, Heizung, etc.), Sonnenstoren, Tierschäden, Mieterträge, Betriebsunterbruch (Unternehmen) oder Schäden durch Vandalismus.

Das gilt im Wesentlichen auch für das Gebäudeinnere. Ein Wasserschaden durch die Waschmaschine oder eine defekte Wasserleitung, eine zersprungene Fensterscheibe oder ein grosser Hick im schönen Parkett, sind alles nicht versicherte Schadenereignisse.

Eine Gesamtbetrachtung lohnt sich
Eine genaue Bedarfsabklärung hilft die Risiken zu ermitteln und den richtigen Versicherungsschutz zu wählen. Die Kantonale Zuteilungstabelle hilft hierbei zu ermitteln, welche Bauteile/Gegenstände durch die Kantonale Gebäudeversicherung gedeckt sind und welche nicht. Hier gibt es kantonale Unterschiede. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich genau zu informieren und den richtigen Schutz zu wählen. Fragen Sie uns!

«GUSTAVO»-Kantone
«Gustavo» steht für jene Kantone, in denen es keine kantonale Gebäudeversicherung gegen Feuer- und Elementarschäden gibt. Die Gebäudeversicherung kann oder muss bei diesen Kantonen bei einer privaten Versicherung abgeschlossen werden. Die Anfangsbuchstaben von Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Valais (Wallis) und Obwalden ergeben Gustavo. In diesen Kantonen ist zudem darauf zu achten, dass die regelmässige Gebäudeschätzung nicht vergessen geht.

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