Zum Inhalt springen
055 266 15 25info@mzo.ch
Mo–Fr, 8.00–11.30 & 13.30–17.00 Uhr
Krankentaggeld

11. Sept. 2026

KI im Unternehmen: Wer haftet bei Fehlern von ChatGPT & Co.?

Wer haftet, wenn ChatGPT oder andere KI Systeme Fehler verursachen? Erfahren Sie, welche KI Risiken für Unternehmen bestehen und wie Sie sich rechtlich und versicherungstechnisch absichern können.

Kurz zusammengefasst

  • Nutzen Sie KI mit Augenmass: KI spart Zeit und schafft Effizienz, ersetzt aber keine fachliche Prüfung.
  • Schützen Sie Daten und Knowhow: Vertrauliche Informationen gehören nur in kontrollierte und datenschutzkonforme Systeme.
  • Reduzieren Sie Haftungsrisiken: Klare Regeln und passender Versicherungsschutz sorgen für Sicherheit beim Einsatz von KI.

Künstliche Intelligenz ist längst im Arbeitsalltag angekommen. Unternehmen nutzen ChatGPT, Microsoft Copilot und andere KI Werkzeuge für Texte, Recherchen, Analysen oder die Kundenkommunikation.

Doch was passiert, wenn die KI falsche Informationen liefert, vertrauliche Daten verarbeitet oder einen finanziellen Schaden verursacht? Die wichtigste Erkenntnis: Die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Wer haftet bei Fehlern einer KI?

Künstliche Intelligenz kann nicht selbst haftbar gemacht werden. Sie besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit und übernimmt keine Verantwortung für ihre Ergebnisse.

Wer KI im Unternehmen einsetzt, bleibt für deren Nutzung und die daraus resultierenden Entscheidungen verantwortlich. Deshalb sollte jede KI Ausgabe kritisch geprüft werden, bevor sie an Kunden, Mitarbeitende oder Geschäftspartner weitergegeben wird.

Die grössten KI Risiken für Unternehmen

Auch bei der MZO ist KI im Einsatz. Das wichtigste bleibt aber der Mensch mit seinem Kompetenzen.
Auch bei der MZO ist KI im Einsatz. Das wichtigste bleibt aber der Mensch mit seinem Kompetenzen.

1. Falsche Informationen

KI Systeme können überzeugende, aber fehlerhafte Inhalte erstellen.

Typische Beispiele: fehlerhafte Vertragsentwürfe; unrichtige technische Angaben in Offerten; falsche rechtliche oder steuerliche Auskünfte

Entsteht dadurch ein finanzieller Schaden, kann dies zu Haftungsansprüchen führen.

2. Datenschutzverletzungen

Besonders heikel wird es, wenn Mitarbeitende Kundendaten, Personaldaten oder vertrauliche Informationen in externe KI Systeme eingeben oder KI-Systeme auf gespeicherte Daten Zugriff hat.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Vorgaben des Schweizer Datenschutzgesetzes eingehalten werden und sensible Daten angemessen geschützt sind.

3. Urheberrechtliche Risiken

Texte, Bilder oder Programmcode aus KI Anwendungen können rechtliche Fragen aufwerfen.

Vor allem im Marketing sollten Unternehmen KI generierte Inhalte vor der Veröffentlichung prüfen, um rechtliche Risiken möglichst zu vermeiden.

Welche Versicherungen können helfen?

Eine spezielle Standardversicherung für KI Risiken gibt es derzeit kaum. Je nach Situation können jedoch bestehende Versicherungen relevant sein:

  • Betriebshaftpflichtversicherung bei Personen- oder Sachschäden
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bei finanziellen Schäden durch fehlerhafte Dienstleistungen
  • Cyberversicherung bei Datenschutzvorfällen, Cyberangriffen oder IT Sicherheitsereignissen

Welche Leistungen tatsächlich versichert sind, hängt immer von den konkreten Vertragsbedingungen ab.

Vier einfache Massnahmen zur Risikoreduktion

  • Klare KI Richtlinien festlegen: Definieren Sie, welche KI Werkzeuge verwendet werden dürfen und welche Daten eingegeben werden dürfen.
  • Ergebnisse überprüfen: KI unterstützt Mitarbeitende, ersetzt aber keine fachliche Kontrolle.
  • Datenschutz beachten: Vertrauliche Informationen sollten nur in freigegebene und geprüfte Systeme eingegeben werden.
  • Versicherungsschutz regelmässig prüfen: Neue Technologien bringen neue Risiken mit sich. Deshalb sollte der bestehende Versicherungsumfang regelmässig überprüft werden.

Fazit

Künstliche Intelligenz bietet Unternehmen grosse Chancen, schafft aber auch neue Haftungs- und Datenschutzrisiken. Wer KI einsetzt, bleibt für deren Nutzung verantwortlich. Mit klaren Regeln, geschulten Mitarbeitenden und einem passenden Versicherungsschutz lassen sich die Risiken jedoch wirksam begrenzen.

MZO Tipp:

Nutzen Sie bereits ChatGPT, Microsoft Copilot oder andere KI Werkzeuge? Dann lohnt sich eine Überprüfung Ihres Cyber-, Haftpflicht- und Risikomanagementkonzepts, um allfällige Deckungslücken frühzeitig zu erkennen.