Teilkasko oder Vollkasko?

Sie haben sich ein Auto gekauft oder sollten (endlich) mal wieder die Auto-Versicherung überprüfen? Wie versichern Sie Ihr Auto? Vollkasko? Oder reicht doch Teilkasko oder am Ende gar auch einfach nur die Haftpflicht?

Vorweg, was ist was? 

Die Vollkasko-Versicherung (teilweise auch Kollisionskasko genannt) deckt Schäden an Ihrem eigenen Auto, die Sie selbst verursacht haben. Typischerweise bei einem Unfall. Sie verursachen einen Auffahrunfall. Der Schaden am fremden Auto (und auch allfällige Personenschäden) läuft über Ihre Haftpflicht-Versicherung, für den Schaden an Ihrem Auto braucht es die Vollkasko. Verletzungen von Ihnen und Ihren Mitfahrern laufen übrigens über die Unfalldeckung, also über die Krankenkasse oder die Unfallversicherung Ihres Arbeitgebers. Die Insassenunfall kann hier ergänzend einen wertvollen Dienst leisten.

Standardmässig sollte Ihre Vollkasko-Deckung Bonusschutz und Grobfahrlässigkeitsdeckung haben. Relevant ist zudem die Entschädigungsart. Bekannt sind Zeitwert oder Zeitwertzusatzdeckung. Seit einigen Jahren sind auch Kaufpreis-Deckungen möglich. Das bedeutet, bei einem Totalschaden bezahlt die Versicherung (je nach Gesellschaft) bis zum siebten Betriebsjahr den vollen Kaufpreis zurück!

Ebenfalls spannend kann ein tieferer Selbstbehalt sein. 500 Franken statt 1000 Franken Selbstbehalt ist oft gar nicht viel teurer.

Die Teilkasko-Versicherung dagegen deckt Schäden an Ihrem eigenen Auto, die von Ihnen kaum beeinflussbar sind. Also zum Beispiel Hagelschäden, Wildschäden, Marderverbiss, Steinschlag, Diebstahl oder Feuer. Auch bei der Teilkasko-Deckungen können zusätzliche Deckungen Sinn machen. So empfehlen wir in der Regel die "Glas Plus" Deckung, womit alle Gläser - also auch der Scheinwerfer - versichert sind. Übrigens: In der Teilkasko wird meist kein Selbstbehalt vereinbart.

Die Haftpflicht deckt schlussendlich Schäden, welche Sie an fremden Sachen, Personen oder Fahrzeugen verursacht haben. Die Motorfahrzeug-Haftpflicht ist obligatorisch. Auf diese Deckung gehen wir ein anderes Mal ein.

Einige Zusatzdeckungen haben wir bereits angesprochen. Weitere mögliche Deckungen sind Parkschaden, mitgeführte Sachen (wenn ihr aufgeladenes Velo beim Unfall auch kaputt geht), Pannenhilfe oder spezifische Deckungen für Elektro-Autos.Die Versicherungen sind bei den Zusatzdeckung oft sehr kreativ - die Gesellschaften heben sich so vom Markt ab und generieren Zusatzprämien...

 

 
Zurück zur Frage, ob Sie nun Vollkasko oder Teilkasko benötigen. Entscheidend ist aus unserer Sicht der Wert des Autos verbunden mit Ihrer persönlichen finanziellen Situation. Beantworten Sie für sich folgende Frage: Wenn Sie bei Ihrem Auto keine Vollkasko abschliessen und dann im kommenden Monat einen selbstverschuldeten Totalschaden erleiden – ist es für Sie finanziell tragbar, ein gleichwertiges Auto zu kaufen? Wenn ja, können Sie auf die Vollkasko verzichten und so Prämien sparen. Wenn nein, lassen Sie die Vollkasko in der Police drin. Auch wenn das Auto schon etwas älter ist.

Ganz abgesehen vom Totalschaden-Beispiel. Auch kleinere Blechschäden verursachen rasch Reparaturkosten von einigen Tausend Franken. Ohne Vollkasko müssen Sie diese Kosten selbst berappen.

Die Teilkasko ist häufig auch bei älteren Fahrzeugen sinnvoll. Die Prämie ist meist tief und die Schäden wie oben beschrieben kaum beeinflussbar. Wenn Sie aber bereit sind, auch mal eine Reparatur für einen Hagelschaden oder einen Marderschaden selbst zu bezahlen, können Sie auch die Teilkasko-Prämie sparen und nur noch mit Haftpflicht unterwegs sein. Ihre Entscheidung.

Übrigens: Bei Leasing-Fahrzeugen stellt sich die Frage nicht, hier ist der Abschluss von Vollkasko obligatorisch.

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